16.01.2026
100 Jahre International Table Tennis Federation (ITTF)
Delegierte aus Deutschland, England, Österreich und Ungarn trafen sich anlässlich eines internationalen Einladungsturniers in Berlin (2. Meisterschaft im Tischtennis in Deutschland in der Zeit vom 12. bis 16.01.1926), um u.a. erstmals weltweit einheitliche Regeln für den Tischtennissport festzulegen. Initiiert wurde das Treffen durch Dr. Georg Lehmann, dem Präsidenten des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Im Klubhaus des Tennisvereins Gelb-Weiß 1900 in Berlin-Wilmersdorf, Kaiser-Allee 49–50, gründeten sie am 16.01.1926 die „Provisional“ International Table Tennis Federation (ITTF). Bis zum 01.06.1926 schlossen sich die Länder Indien, Schweden, Tschechoslowakei und Wales dem ITTF als Gründungsmitglieder an.

(von
links) George Ross (England) – Igor Montagu (1. Präsident
des ITTF)
(3.v.l.) Georg Lehmann (Präsident des DTTB)
Roland
Jacobi (Ungarn) – William „Bill“ Pope
(England)
(6.v.l.) Friedrich Gruber (Generalsekretär des
Deutschen Tennis Bundes)
(7.v.l.) Fritz Zinn (Schatzmeister des
DTTB)
Zoltán Mechlovits (Ungarn)
(9.v.l.) K. Wilhelm
(Turnierleiter aus Berlin) - Eduard Freudenheim (Österreich)
Der erste ITTF-Kongress fand am 12.12.1926 in London in der Bibliothek von Lady Gladys Goldsmid Montagu Swaythling (* 04.12.1879 – † 01.08.1965), der Mutter von Igor Monatu, statt. Hier bildete sich das Präsidium. Als Präsident wurde Ivor Montagu gewählt. Beisitzer wurden Fritz Zinn (Deutschland), Hassan-Ali Fyzee (Indien), Richard Pick (Österreich), Carl Linde (Schweden) und Béla von Kehrling (Ungarn). Als Sekretäre wurden C. H. Hallet (Wales) und Jan Gerke (Tschechoslowakei) gewählt.
Zuvor fand vom 6. bis 12.12.1926 in der Memorial Hall in der Farringdon Street in London die erste Weltmeisterschaft statt.in Das ursprünglich als Europameisterschaft geplante Turnier wurde zur Weltmeisterschaft, weil auch acht indische Tischtennisspieler ankamen. 64 Männer und 11 Frauen nahmen daran teil.
Bei YouTube kann auch ein Video aus dem Jahre 2016 zur Thema 90 Years of ITTF angesehen werden. Die folgenden Personen waren maßgeblich an der Gründung beteiligt.
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Georg Lehmann (* 29.04.1887 in Berlin; † 06.12.1974 in Buenos Aires) Er bereitete die Gründung des ITTF vor und nahm Ende 1925 Kontakt mit Tischtennisverbänden im Ausland auf. Von 1925 bis 1929 war er erster Präsident des DTTB. Am 24.11.1965 wurde ihm das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er gewann als Mitglied des Tischtennisvereins Gelb-Weiß 1900 Berlin die inoffiziellen deutschen Meisterschaften 1904, 1905, 1906 und 1907. Bei der 1. Tischtennis-Weltmeisterschaft vom 6. bis 12.12.1926 in London war er Mannschaftsführer, nahm aber nicht an den Spielen teil. |
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Ivor Goldsmid Samuel Montagu (* 23.04.1904 in London; † 05.11.1984 in London) Er war ein englischer Filmemacher, Filmeditor, Filmproduzent, Filmkritiker, Tischtennisspieler und Politiker. Sein Film Table Tennis Today (1929) ist bei YouTube zu sehen. Darüber hinaus schrieb er die Bücher Table Tennis Today (1924) und Table Tennis (1936). Sehenswert ist auch der Film Ivor Montagu – The Godfather of Table Tennis bei YouTube. Von 1926 bis 1967 war er Präsident des ITTF. 1927 gründete er die English Table Tennis Association (ETTA). Bei der 1. Tischtennis-Weltmeisterschaft vom 6. bis 12.12.1926 in London organisierte er das Turnier und nahm als Tischtennisspieler teil. |
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Ferdinand Gruber (* 1881 in Prag, † 1952 in Wiesbaden) In dem provisorischen Komitee wurde er zum Ehrenschriftführer des ITTF ernannt. Er war 1902 jeweils Mitbegründer der 1. Berliner Tennis und Ping-Pong-Gesellschaft (später Berliner Tennisclub Borussia e.V.) und der Schöneberger Tennisvereinigung e.V. 1925 war er Mitbegründer des DTTB und übernahm die Tätigkeit als Generalsekretär. |
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Fritz Zinn (* unbekannt; † um 1950 in New York) Er wurde 1926 zum Beisitzer im Präsidium des ITTF („Advisory Committee“) gewählt. Von 1925 bis 1933 war er der erste Schatzmeister des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Bei der 1. Tischtennis-Weltmeisterschaft vom 6. bis 12.12.1926 in London trat er im Doppel mit Curt Gerstmann an. Nach einem Freilos in der ersten Runde schieden sie gegen die Engländer H. A. Benett und George J. Ross aus. |
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Hassan-Ali Fyzee (* 09.10.1879 in Bombay; † 12.12.1962) Er wurde 1926 zum Beisitzer im Präsidium des ITTF („Advisory Committee“) gewählt. Er war auch als Präsident des indischen Tischtennisverbandes tätig. Bei der 1. Tischtennis-Weltmeisterschaft vom 6. bis 12.12.1926 in London gewann er mit der indischen Mannschaft die Bronzemedaille. Darüber hinaus war er als Tennis- und Badmintonspieler aktiv. 1921 bis 1927 spielte er Tennis im indischen Davis-Cup-Team. 1930 nahm er beim Grand Slam Turnier in Wimbledon teil und schied in der ersten Runde gegen Jimmy Nuthall mit 4:6, 6:1. 4:6 und 2:6 aus. |
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Richard Pick (Österreich) Er wurde 1926 zum Beisitzer im Präsidium des ITTF („Advisory Committee“) gewählt. Von 1927 bis 1936 fungierte er als deutschsprachiger Sekretär der ITTF. Am 31.12.1923 gründete er zusammen mit Edgar Dietrichstein und Fritz Becske in der Wiener Hofburg den „Wiener Ping-Pongspiel Verband“. Aufgrund der Gründung der ITTF 1926 kam es zur Trennung in den „Wiener Tischtennis-Verband“ (WTTV) und den „Österreichischen Tischtennis Verband“ (ÖTTV). Für den WTTV war er als Ranglistenführer tätig. |
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Carl „Ceve“ Linde (* 04.04.1890 in Malmö; † 13.04.1952 in Göteborg) Er wurde 1926 zum Beisitzer im Präsidium des ITTF („Advisory Committee“) gewählt. Von 1926 bis 1928 war er der Vorsitzende des Schwedischen Tischtennisverbandes (SBTF). Er spielte u.a. für den IFK Göteborg Fußball und nahm verschiedene Funktionen bei der Schwedischen Nationalmannschaft und dem Schwedischen Fußballverband wahr, wofür er in die schwedische „Football Hall of Fame“ aufgenommen wurde. |
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Béla von Kehrling (* 25.01.1891 in Szepesszombat; † 26.04.1937 in Budapest) Er wurde 1926 zum Beisitzer im Präsidium des ITTF („Advisory Committee“) gewählt. Bei der 1. Tischtennis-Weltmeisterschaft vom 6. bis 12.12.1926 in London gewann er mit der Mannschaft. Dabei kam er erst im Finale zum Einsatz und gewann das entscheidende Spiel gegen Munio Pillinger aus Österreich. Im Doppel holte er mit Zoltán Mechlovits Silber. Auch im Tennis war er sehr erfolgreich. Er nahm an den Olympischen Spielen 1912 und 1924 teil und gewann im Davis-Cup 22 von 31 Partien. Nach Beendigung seiner aktiven Zeit wurde er Vizepräsident des Ungarischen Tennisbundes. |
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Eduard Freudenheim (Österreich) Der Wiener war Teilnehmer der 2. Meisterschaft im Tischtennis in Deutschland in der Zeit vom 12. bis 16.01.1926. Bei der 1. Tischtennis-Weltmeisterschaft vom 6. bis 12.12.1926 in London gewann er mit der österreichischen Mannschaft die Silbermedaille. Im Mixed gewann er mit Gertrude Wildam Bronze. |
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Roland Jacobi (* 09.03.1893 in Banska Bystric; † 22.05.1951) Bei der 1. Tischtennis-Weltmeisterschaft vom 6. bis 12.12.1926 in London gewann er im Einzel, Doppel und mit der Mannschaft. Im Mixed holte er Silber. Im Mannschaftsfinale konnte er nicht teilnehmen, weil sein Vater plötzlich starb und er deshalb nach Budapest zurückreiste. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er Präsident des ungarischen Tischtennisverbandes. |
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Zoltán Mechlovits (* 1891; † 25.03.1951) Er war an der Gründung des Weltverbandes ITTF beteiligt. Zeitweise war er Vizepräsident des ITTF. Auf dem ITTF-Kongress in Wien während der Weltmeisterschaft 1951 wurde er zum ITTF-Ehrenmitglied ernannt. Bei der 1. Tischtennis-Weltmeisterschaft vom 6. bis 12.12.1926 in London gewann er im Mixed mit Maria Mednyanszky und mit der Mannschaft. Im Einzel und im Doppel mit Béla von Kehrling holte er Silber. |
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George Ross (England) Er wirkte an der Ausarbeitung der ITTF-Regeln und -Statuten mit. Im Jahr 1933 wurde George zum Vizepräsidenten der English Table Tennis Association (ETTA) ernannt. Er war ein vielseitiger Sportler, der nicht nur Tischtennis spielte. 1908 und 1912 nahm an den Olympischen Spielen im Turnen teil und gewann dort eine Bronzemedaille. |
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William „Bill“ Pope († Juni 1950) Er war neben C. H. Hallet und Jan Gerke bei der Ausarbeitung der einheitlichen Regeln für den Tischtennissport in der Ball- und Geräte-Kommission. Später wurde er zum Sekretär der English Table Tennis Association (ETTA) ernannt. Zuvor war er Präsident der London League. |
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